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Sommerfahrt 96: Finnland


vom 12.7. - 4.8. im Saimaa-Seengebiet

Teilnehmer: Thies und Corinna als Fahrtenleiter, Stefan A., Dirk N., Moritz, Jan-H. P., Nicklas, Marcel

Auf der ersten Vorbesprechung suchten wir uns zunächst das Land aus, in dem wir paddeln wollten. Wir diskutierten lange, ob wir nach Finnland oder Schweden fahren sollten. Schweden hätte zwar eine kurze Reise bedeutet, aber auch, daß wir wahrscheinlich nicht drei Wochen hintereinander paddeln könnten und teilweise vielleicht noch leichte Engpässe in Kauf nehmen müßten, wo wir vielleicht sogar zum Umtragen kürzerer Strecken gezwungen würden. So fiel die Wahl auf das weit ausgedehnte finnische Seengebiet.

Die Strecke sollte etwa dieselbe sein wie die der Sommerfahrt vor vier Jahren; daher hatten wir auch schon genaue Karten für die Gegend.

Am 12.August trafen wir uns abends am Bootshaus, um zu packen und Boote aufzuladen.

Die Wettervorhersage war wirklich schlecht, und nach dem einige Zeit lang anhaltenden Spätherbstwetter waren wir vorsichtig mit unseren Erwartungen.

Am anderen Morgen standen wir recht früh auf und fuhren um vier los. Nach einer eineinhalbstündigen Vollsperrung einen Kilometer vor uns auf der Autobahn kamen wir noch rechtzeitig in Travemünde am Hafen an. Doch mit unseren Tickets stimmte etwas nicht: bei einem Auto war wohl eine Nummer falsch eingetragen. Also schnell noch auch mit der Buchungsbestätigung zum Terminal, wo das geklärt wurde. Jedoch nur für diese Überfahrt, auf den anderen drei Fährfahrten hatten wir die selben Probleme.

1000 Abfahrt mit der "Peter Pan". Bald hatten wir es uns im Windschatten und Sonnenschein auf einem Deck auf den Stühlen bequem gemacht und versuchten, etwas zu schlafen (Stefan zu Nicki, der gerade Kekse verteilte: "Ich kann es nicht ertragen, meinen eigenen Hunger zu stillen, solange ich dich nicht gesättigt weiß...").

Nach etwa siebenstündiger Fährfahrt fuhren wir Richtung Stockholm. Bei dem Abendessen auf einem Parkplatz machten wir erstmals flüchtig Bekanntschaft mit den Mücken. Um 230 hatten wir einen Supermarktparkplatz in einer Kleinstadt 40 km vor Stockholm gefunden und wollten draußen schlafen, was jedoch durch den wenig später einsetzenden Regen vereitelt wurde. Stefan schlief in dem Häuschen bei den Einkaufswagen, die anderen in den Autos.

Diesmal standen wir erst um fünf Uhr auf, ab 645 war nämlich einchecken und um 800 Abfahrt über Marienham nach Turku. Auf dem Deck schliefen wir wieder etwas, diesmal jedoch mit Isomatte und Schlafsack bei sehr schönem Wetter. Am Abend fuhren wir weiter und nach einer nächtlichen Stadtrundfahrt in Mikkeli auf der Suche nach einem Campingplatz, den es vor vier Jahren noch gab, stellten wir fest, daß wir uns wohl einen anderen suchen müßten. Hilfsbereite, wenn auch etwas angetrunkene Bewohner , versuchten uns den Weg zu einem zu beschreiben. Um 330 kamen wir mit etwas Betteln auf einen anderen Campingplatz im Vorort Vissulati und schliefen erstmal etwas.

Dieser Campingplatz lag an einem See, so daß wir von dort starten konnten. Um halb sieben (abends) fuhren wir bei Regenschauern ab (Thies: "Das stippert nur, mal mehr, mal weniger").

Drei Stunden später kamen wir an einer kleinen, schönen Insel an. Viele Mücken gab es dort auch nicht, und da inzwischen die Sonne schien, fühlten wir uns dort auch ganz wohl.

Wir standen wieder mittags auf, es war etwas stürmischer geworden. Bei der Überquerung des Sees hatten wir 2 km stärkeren Seitenwind und es wurde etwas spritzig. Danach fuhren wir größtenteils im Windschatten. Bei unserer Mittagspause und manchmal auch am Nachmittag mußte uns das Wetter zeigen, daß es auch noch nieseln kann. Nach einigen Kilometern hatten wir dann eine ganze Weile Rückenwind, so daß wir lange gesegelt sind.

Mit zwei Planen und einem Regenschirm hatten wir eine gute Angriffsfläche, nur das Paddelhochhalten wurde manchmal anstrengend.

Wieder fanden wir eine kleine Insel, nachdem wir schon etwas länger gesucht hatten, da an fast allen schönen bzw. geeigneten Stellen Häuser oder Hütten stehen. Wir bauten diesmal aus vielen Planen einen Wind- und Regenschutz auf.

Am Morgen als die Sonne ins Zelt schien, bin ich aufgestanden, aber nach einem Blick auf die Uhr (» ) beschloß ich, noch mal fünf Stunden zu schlafen.

Am Mittag des nächsten Tages konnten wir beim Frühstück einen Holzschlepper beobachten, der an der Insel vorbeifuhr. Im Laufe der Fahrt überholten wir in.

Bei unserer Mittagspause an einem Anleger kam ein Mann in einem Auto und angelte. Da er nach zehn Minuten schon einen Fisch gefangen hatte, beschlossen wir, es ab jetzt auch zu probieren. Einen guten Zeltplatz konnten wir diesmal nicht finden.

Den nächsten Tag fuhren wir nach Anttola, einem kleinen Dorf, um dort Geld zu wechseln und einzukaufen. Am Abend holten wir wieder den Holzschlepper ein. Wir fanden eine schöne Insel und einige wagten es, sich zu waschen (KALT!).

Am nächsten Morgen hörten wir beim Aufwachen leichten Nieselregen an die Zeltwand prasseln, und so blieben wir einfach erstmal liegen. Daraus wurde irgendwie dann später ein Ruhetag. Weitere Angelversuche blieben erfolglos und waren auch wenig aussichtsreich.

Den nächsten Tag hatten wir teilweise Gegenwind. Wir mußten etwas weiter fahren, um den nächsten Tag in Pumala Brot kaufen zu können.

Das taten wir auch. Außerdem gönnten wir uns noch ein Eis (die Eisverkäufer sprechen übrigens deutsch). Pumala liegt direkt an dem Schiffahrtsweg, wir sahen diesmal auch einen richtig großen Pott. An dieser Engstelle, worüber auch eine relativ hohe und lange Brücke führt, konnten wir deutlich eine Gegenströmung bemerken. Bei schönem Wetter und Gegenwind fuhren wir weiter. Für die Schoggipause legten wir extra an einer kleinen Insel (mit einem Baum) an und sonnten uns etwas. Wir fanden wieder eine schöne, diesmal flache Insel mit Rasenflächen. Unser Feuerholz bestand an diesem Abend u.a. aus einem quer darüber gelegten Baumstamm.

Wieder ging es eine lange Gegenwindstrecke weiter. Für den Abwaschdienst gab es wieder ein paar Stück Schoggi extra. Wir fanden eine kleine Insel mit einer Hütte und einer richtigen Feuerstelle. Stefan suchte erst noch nach einer besseren Insel, da es wenig Platz gab, die Zelte aufzubauen. Letztendlich blieben wir aber. Die Hütte ist für jeden Besucher zugänglich; in ihr befanden sich zwei Betten, einige Comics und ein Gästebuch, aus dem wir das meiste jedoch nicht verstanden. Beim Feuer wurde auf einen Felsen noch eine "Höhlenmalerei" hinterlassen (die einen Elch darstellen sollte). Die Kocher wollten irgendwie alle nicht so richtig funktionieren, dabei hatten wir extra drei mitgenommen!

Nach einer weiteren Schönwetterfahrt konnten wir hinter uns dunkle Wolken beobachten. An einer noch von vier Jahren bekannten, großen Insel legten wir an. Sie war sehr schön und hatte einen Sandstrand, leider aber auch viele Mücken. Die vielen Tannenzapfen verführten uns zu einer kleinen Schlacht.

Am nächsten Tag war viel los auf dem Wasser: wir sichteten mehr Motorboote, drei Segelboote und auch ein Wasserflugzeug, das uns im Laufe des Tages mehrmals überflog. Auch ein Sightseeing-Boot mit Touris fehlte nicht.

So kurz vor Savonnlinna fanden wir natürlich keinen guten Zeltplatz, da überall Hütten standen.

Am nächsten Tag: 900 Vissulati! (hieß bei uns u.a. soviel wie: "Aufstehen!")

Bei schönem Wetter fuhren nach Savonlinna. Wir gingen Einkaufen, hätten beinahe noch das Schloß besichtigt und kauften jede Menge Postkarten und Briefmarken. Den Nachmittag schrieben wir sie am Strand, ein paar Meter von den Booten entfernt an der Promenade. Da kamen zum Beispiel einige Deutsche, die meinten, daß der Bootsname "Seegurke" wirklich sehr unoriginell sei. Als ihnen dann Stefan antwortete, daß sie sich etwas besseres einfallen lassen sollten, waren sie doch etwas beschämt.

Nachdem wir am Abend von der Stadt wegpaddelten, fanden wir erstmal keinen Zeltplatz. Nach einer langen Suche legten wir schließlich in einer Bucht mit Wald und entsprechend unzählig vielen Mücken an. Wir machten Ravioli und verzogen uns anschließend sofort in die Zelte. Das Frühstück am nächsten Morgen verlegten wir sogar in ein Zelt. Nach einer schönen Mittagspause hatten wir stärkeren Gegenwind, später auch Gewitter und Regen rings um uns herum. Wir suchten uns schnell etwas und kamen zu einem wahrscheinlich öffentlichen Grill- und Badeplatz. Der Grill und die Bänke ringsum waren überdacht. Ein Klo und eine kleine, offene Hütte gab es auch. Nachdem wir die Zelte aufgebaut hatten, war es wieder schön.

Den nächsten Tag fuhren wir zuerst über einen See, dann eine Abkürzung durch einen Schilfgürtel, an dessen Ende wir durch ein Rohr paddeln mußten, das unter einer Straße durchführte. Später hatten wir etwas Regen. Bei der Mittagspause vor einem größeren See wurde es etwas stürmisch, später legte sich der Wind aber wieder etwas. Wir fanden wieder eine schöne Insel, auf der wir dann auch einen Ruhetag einlegten. Wir hatten genug Zeit, und Moritz ging es auch nicht so gut. Als er am Mittag mal versuchte zu angeln, biß auch schon nach zehn Sekunden der erste Fisch an; am Abend fing Corinna innerhalb einer Minute zwei Fische, später dann noch einen.

Nach der Mittagspause am nächsten Tag hatten wir eine halbe Stunde Regen. Als wir die Zelte aufgebaut hatten, konnten wir einige Minuten im "warmen" Wasser schwimmen.

Die letzten zehn Kilometer nach Varkaus paddelten wir am nächsten Tag, damit wir noch was davon hatten, mit starkem Gegenwind.

Thies hatte am Vortag nicht einsehen wollen, daß wir bereits von Weitem einige Schornsteine erkennen konnten. Er glaubte es erst diesen Tag, als wir direkt daran vorbeipaddelten. Kommentare:

-"Thies sieht überall Wald!"

-"Kein Wunder, er hat ja welchen im Gesicht..."

In der Tat hatte Thies inzwischen etwas Bart angesetzt...

Ein kleiner Stadtbummel in Varkaus durfte nicht fehlen.

Am nächsten Morgen fuhren Stefan und Thies mit dem Bus die Autos holen.

Wir wollten auch noch Helsinki besuchen, so schnell kommt man ja nicht nach Finnland. Auf einem Parkplatz schon in Helsinki versuchten wir etwas zu schlafen, allerdings raubten den Meisten von uns die Mücken, die Flugzeuge und die Autos den Schlaf. Am Morgen ging noch die Alarmanlage los, als Thies, der im Auto geschlafen hatte, raus wollte. Jemand hatte aber nach ihm von außen noch einmal das Auto abgeschlossen, so daß das Auto falsch reagierte.

Es dauerte eine halbe Minute, bis die Alarmanlage wieder ausgeschaltet werden konnte, inzwischen waren auch alle wach. Nach einer erfolglosen Zeltplatzsuche stellten wir die Autos im Botschaftsviertel ab und erforschten die Stadt. Wir waren eine Nacht auf einem Campingplatz bei Helsinki. Einige besuchten freiwillig (!) das Nationalmuseum. Außerdem kauften einige noch "Fjäll Räven" -Hosen und -T-Shirts, was sich besonders bei mir als äußerst schwierig erwies.

Vom Campingplatz fuhren wir am Nachmittag nach Turku ab. Da die Fähre erst am nächsten Tag fuhr, übernachteten wir am Hafen.

Auf dem Sonnendeck auf der Fähre schliefen wir wieder ein bißchen, es war jedoch so windig, daß sich die Deckstühle auf Wanderschaft begaben und auch das Mittagessen schwierig war. Durch Schweden fuhren wir die ganze Nacht und konnten am Morgen auch gleich einchecken.

Unsere Weiterfahrt verlief größtenteils ohne Staus, da wir sie umfuhren.

Alles in Allem eine sehr schöne Fahrt, die man auch wiederholen könnte (vielleicht in vier Jahren?).

Marcel

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