Irgendwann im letzten Jahr kam Corinna die Idee, mal wieder an die Ardèche
zu fahren. Stefan (L. vom KCJ) fand sie (die Idee natürlich) auch
nicht schlecht, und so wollten wir, KGNO und KCJ, also mehr oder weniger
zusammen fahren. Um das ganze Gepäck, die Boote, Fahrräder und
auch die Teilnehmer der Fahrt zu transportieren, brauchten wir Busse und
Autos, von denen wir leider eins zu wenig hatten. Glücklicherweise
fanden sich Corinnas Großeltern dazu bereit, uns mal kurz die zwei
Wochen ihren Golf zu Verfügung zu stellen, so daß auch dieses
Problem geklärt wurde.
So fuhren wir also am Freitag um kurz vor acht los. Corinnas Auto hatte
den Anhänger hinten dran, ein Fahrrad und den Topo auf dem Dach und
war sowieso voll beladen. Die anderen Fahrräder hatten wir bereits
am Vortag bei der Christopherus-Schule abgeliefert. Nach etwa neun Stunden
kamen wir in Gengenbach, im Südwesten Deutschlands, an, wo wir auf
der Hin- und Rückfahrt in Jans Zimmer übernachten wollten. Jan
war gerade in Braunschweig, da sind wir eben noch Minigolf spielen gegangen
und haben uns einen Film angesehen.
Den nächsten Morgen sind wir erst eine Stunde später losgefahren;
um sieben Uhr kamen wir dann auf dem Campingplatz im sonnigen Südfrankreich
an. Dort hat Kurt uns schon erwartet. Er saß schon - wie noch oft
- auf einem Liegestuhl neben seinem Wohnwagen in der Sonne. Nun erstmal
was zum Wetter: Seit Ende Januar hatte es dort nicht mehr geregnet, weshalb
der Wasserstand ziemlich schlecht war. Vom Paddeln mal abgesehen ist es
natürlich auch ganz schön, wenn den ganzen Tag die Sonne scheint.
Trotz der warmen Temperaturen am Tag fror es nachts manchmal noch. Es war
gut, daß es tagsüber nicht zu heiß wurde, daß es
keine Mücken gab, und daß wir bei Sternenklarem Himmel auch
Hale-Bopp immer gut beobachten konnten.
Am nächsten Tag, am Ostersonntag, sind wir auf einen Hügel
in der nähe geklettert und haben Ostereier gesucht. Später unternahmen
wir einige Fahrradtouren und kletterten auch auf den Pont d’arc, wo wir
ein Psychotraining mit Nils veranstalteten, da er etwas unter Höhenangst
leidet - aber er wollte ja selber hoch.
Eine Paddeltour auf der Ardèche, mit ziemlichem Niedrigwasser
war am folgenden Tag geplant. Es war (wie sonst auch immer) alles voller
Paddler und Anfänger.
Am Nachmittag kühlten sich einige von uns im Swimmingpool des Campingplatzes
ab.
Da bei Niedrigwasser eigentlich alle Nebenflüsse fast vollkommen
ausgetrocknet sind, fuhren wir also fast die gleiche Strecke nochmal. An
der einzigen Spielstelle dieses Abschnitts (eine Walze, die das Boot hält)
verbrachten wir viel Zeit. Diese Stelle ist auch gut zum Fotografieren
geeignet; es passiert zwar nichts, aber man kann sich überall (auch
ober- und unterhalb in den Fluß) hinstellen.
Wir hörten an diesem Tag auch, daß die Ardèche offenbar
im Winter viel Wasser führt und es relativ warm ist. Die nächste
Winterfahrt könnte ja auch mal eine WW-Tour sein!
Ein Sonnenbrand machte sich bei vielen inzwischen auch bemerkbar.
Nun legten wir einen Gammeltag ein: wir schrieben Postkarten und kauften
ein.
So ausgeruht fuhren wir am nächsten Tag die schönste und längste
Strecke der Fahrt: die Schluchtstrecke (26 km). Früh morgens (für
mich jedenfalls) setzten wir die Autos um. Das frühe Aufstehen hat
sich aber allein wegen der tollen kurvenreichen Straße schon gelohnt.
Es war genug Wasser in der Ardèche, und es gab auch einige wirklich
schöne Spielstellen, aber dafür war leider die Tour zu lang...
Unterwegs waren natürlich haufenweise Touris am Schwimmen, denen
wir so gut es ging geholfen haben.
Corinna und ich sind an geeigneten Stellen vom Ufer aus ins Wasser gerutscht.
Man beachte dazu die Bilder im letzten (Sonder-)PB. Jetzt kann ich es ja
zugeben: da ich keine Schnellbildkamera habe, sind nur die ersten beiden
Bilder echt; der Rest ist durch Fotomontage entstanden...
Am nächsten Tag hatten wir eine Wanderung vor: wir wollten eine
ausgetrocknete Schlucht hochwandern und oben zwei Höhlen besichtigen.
Kurt mußte bald aufgrund seiner nicht vorhandenen Schwindelfreiheit
umkehren - und da fing es erst an. Es wurde eine echte Kletterstrecke,
landschaftlich wirklich ausgezeichnet. Da wir aber nach wenigen Metern
freien Weges immer wieder mühsam Hindernisse umklettern mußten,
kamen wir viel langsamer voran, als geplant. Ungefähr dort, wo die
erste Höhle sein sollte, kletterten wir einen Steilhang hinauf. Der
Aufstieg war sehr anstrengend. Ich bin vorgeklettert, um zu sehen, ob die
Höhle wirklich dort oben ist. Es ging immer weiter; schließlich
fand ich auch ein großes Felsloch, was wahrscheinlich zur Höhle
gehörte, der Eingang war jedoch offenbar ganz woanders. Also rutschten
wir wieder runter, was sich als noch mühseliger erwies als der Aufstieg.
Wir wollten also weiter zur zweiten Höhle gehen, müssen sie jedoch
auch verpasst haben. Am Abend kamen wir - viel später als geplant
- oben an.
Am folgenden Tag fuhren wir nochmal bis zum Pont d’arc mit dem Boot,
da dort auch eine schöne Spielstelle ist, wo man z.B. ohne Paddel
vollkommen gefahrlos auf einer Welle surfen kann. Am Nachmittag besichtigten
wir eine Höhle ganz in der Nähe. Mit Taschenlampen ausgerüstet
erkundeten wir fast die ganze Höhle, was etwa eine Stunde dauerte.
Am nächsten Tag machten wir eine Radtour - erst gegen den Wind
und größtenteils bergauf, und dann mit 70 (natürlich nur
kurzzeitig) wieder zurück.
Nun folgte ein Mittelmeertag mit (Sonnen-)baden, einer Stadtbesichtigung
und einem Abstecher zum Pont du Gard.
Voller Optimismus fuhren wir am nächsten Tag zum Chassezac, dessen
Wasserstand vom Wasserkraftwerk abhängig ist, aber wir hatten Pech.
So spielten einige an den wenigen Spielstellen am Anfang der Schlucht,
andere kletterten über den Pont d’Arc.
Nun war schon die Zeit gekommen, sich von 25°C im Schatten, viel
Sonne, den Baguettes usw. zu trennen und wieder in ein kaltes regnerisches
Deutschland zurückzukehren.