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Osterfahrt


warum ich, warum hier, warum jetzt?

Oli und ich wollten Ostern paddeln, so schrieben wir kurzerhand eine Osterfahrt aus, ca. eine Woche lang und Ziel unbekannt. Bei der Vorbesprechung kam aber sonst keiner, so daß wir zu zweit fuhren: geplant haben wir eine autofreie große Norddeutschland-Rundtour von Thune über Bremen und Hamburg wieder zurück nach Braunschweig. Die Tour wurde schon mehrfach von anderen Vereinsmitgliedern gepaddelt - das schnellste etwa in knapp zwei Wochen. Da Oli noch etwas mehr Ferien nehmen konnte, planten wir, es auch in dieser Zeit zu versuchen.
 

Am Freitag, dem 29. März trafen wir uns gegen 1400 am Bootshaus. Die Boote, die wir bei Dauerregen im Bootshaus gepackt hatten, waren ziemlich schwer, daher hat Oli auch einen Bootswagen eingesteckt.

Wir fuhren die Schunter, dann die Oker, wo wir bis etwa Seershausen kamen. Der Regen setzte zeitweise aus. Bis halb neun konnten wir paddeln, dann wurde es zu dunkel. In der Nacht hat es gefroren.. Den folgenden Tag hat es vereinzelt geschneit, zwischenzeitlich schien auch mal die Sonne und es war etwas wärmer, so daß wir Wetter von allen Jahreszeiten hatten. Nur bis nach Altencelle, den Celler Kanuwanderern (CKW) kamen wir aufgrund eines frischen Gegenwindes. Es war zwar jemand am Bootshaus, gerade von der Aller-Hochwasser-Ralley zurückgekehrt, wir konnten jedoch nur zum Duschen ins Bootshaus, da der Schlüsselbesitzer Paul 5 km vom Bootshaus entfernt wohnt und nicht am nächsten morgen noch mal kommen wollte. Am Abend ging es mir gar nicht so gut und wurde auch mein Abendessen und einiges davor wieder los. Am nächsten morgen konnte ich wirklich nicht paddeln und Oli entschloß sich schweren Herzens einen Ruhetag einzulegen. Paul kam, noch bevor wir aufgestanden waren, um nach uns zu sehen, so daß wir den nächsten Tag und die Nacht im Bootshaus verbrachten. Die Sonne schien natürlich den ganzen Tag...

Der nächste Paddeltag war auch noch relativ schön, am Morgen lag noch 5 cm Schnee. Am morgen hat es Oli noch geschafft, Paul ein Faltboot (Klepper T67) "abzuschwatzen".

Wir hatten eine sehr schöne Mittagspause mit Sonnenschein bei Windstille im Schnee an einem Wehr, wo wir die Boote umziehen konnten. Der Schnee fiel ab und zu von den Nadelbäumen, was ganz schön aussah. Die Windstille war wohl nur am Wehr, denn nach der nächsten Flußbiegung war der Gegenwind auch schon wieder da. Auch die Rundfunknachrichten versprachen weiterhin Nordwestwind (ich glaube 4-5). An diesem Abend bzw. in der Nacht war Oli dran mit der Krankheit, ihn muß es jedoch nicht ganz so schlimm erwischt haben, denn am nächsten Tag konnten wir, wenn auch diesmal ich der schnellere war, weiter fahren. Zuvor mußten wir noch etwas warten, denn Olis Traum, einmal so richtig eingeschneit zu werden, hatte sich teilweise bewahrheitet, und es schneite auch erstmal noch ganz gut weiter, so daß wir das gröbste Schneegestöber im Zelt abwarteten. Mit nur wenigen Schneeschauern kamen wir bis nach Verden, wo wir wieder das Zelt aufschlugen.

Am nächsten Tag zeigte es sich mal wieder, daß die Oker doch in die Nordsee fließt: dort, wo sie in die Aller mündet, scheint sie eigentlich größer, und dort, wo die Aller in die Weser mündet, schien die Aller ebenfalls (zumindest an diesem Tag) größer. Jedenfalls blieb die erhoffte starke Weserströmung aus. Am Wehr machten wir im Windschatten Pause - angenehm warm.

Bei den Bremer Kanuwanderern (BKW) kamen wir die Nacht unter - im geheizten Clubraum. Da wohl zwischendurch doch ab und zu mal die Sonne geschienen hat, hatten wir beide einen Nasensonnenbrand und natürlich keine Sonnencreme dabei. Die Übernachtung kostete uns 7,- und das uns entgegengebrachte Vertrauen war ziemlich groß.

Die meinerseits geplante kleine Stadtbesichtigung von Bremen sowie ein Einkauf mußten aufgrund unserer Pläne und der Tide ausfallen. Wir konnten morgens zwei und am Abend noch drei Stunden mit der Tide fahren (problematisch war im Zusammenhang mit der Tide, daß die Tage noch relativ kurz waren).

Am Vormittag kamen wir nicht vor der Flut aus dem Bremer Hafengebiet, wo man nicht so gut aussteigen kann, aber hier half uns der Rückenwind (!!), so daß wir gegenüber vom Bremer Vulkan sogar noch bis zum Kanubootshaus Lemwerder kamen. Am Nachmittag haben wir noch, als wir bei Kellogs vorbeifuhren, Smacks "herausgerochen" - vielleicht riecht da ja auch alles so? Am Abend an einem schönen Sandstrand auf dem Pagensand (diesmal bis dort mit stärkerem Seitenwind) fragten wir einen Domänenbauern, um dort zelten zu können. Das Zelt stand nur wenige Meter von der Weser entfernt und nicht viel höher als das Hochwasser, so daß ich in der Nacht beim lauten Wellenrauschen manchmal etwas unruhig war.

Bis Bremerhaven zum Kanuverein Unterweser (KVU) an der Geestemündung kamen wir den nächsten Tag, wieder bei frischem Gegen- und Seitenwind. In der Mittagspause versuchten wir noch etwas einzukaufen, insgesamt dreimal gingen wir zum ¼ Stunde entfernten Supermarkt, jedoch erfolglos: er blieb zu. Wir hätten uns die Lauferei jedoch auch sparen können, denn es war wohl Karfreitag... (Paddeln ist zeitlos)

Der Wind ist inzwischen langsam auf Nordost gedreht.

In Bremerhaven gingen wir bei einem Chinaimbiß Essen; wir leisteten uns diesen Luxus, da uns Hannes, der Botshauswart, kostenlos übernachten ließ. Am nächsten morgen kauften wir ein (auch endlich die Sonnencreme!!) und wollten los, jedoch hatten wir nach dem Abschließen und Schlüssel-durch-das-Fenster-werfen noch die Paddel im Bootshaus vergessen, ohne die wir dann doch nicht los wollten. Der Bootshauswart, dessen Telefonnummer am Bootshaus steht, war leider nicht da...

Nachdem ich eine Stunde später aus der Innenstadt wiederkam, war jedoch schon ein anderes Vereinsmitglied aufgekreuzt und wir konnten weiter, bis zum WSV Bederkesa. Hier stellte Olis Weltempfängerseinen UKW- und MW-Betrieb für etwa 3 Tage ein - schlecht für die Wettervorhersage, die wir auf LW und KW gleich für ganz Europa hören konnten (außer für Deutschland). Nachdem wir am anderen morgen aus dem Zelt gekrochen waren, sah es ziemlich diesig aus, was auch nicht viel besser wurde. An diesem Tag trafen wir den/die einzige(n) Wanderkanut(e/i)n auf unserer Fahrt: sie fuhr etwa 15 km von Bederkesa mit uns mit und bot uns am Anfang gleich ein paar Schokoladenostereier an. Wir erfuhren von ihr noch etwas über die Gegend..

In Otterndorf bzw. kurz davor übernachteten wir bei Ruderern im Bootshaus. Die Flut war mitten am Tag, so daß wir lange schlafen konnten. Aufgrund von schlechter Sicht wegen Nebel warteten wir erstmal eine Stunde bei der Mündung der Melum in die Elbe, die Sicht wurde aber etwas besser und wir konnten noch los. Die Schiffe waren z.T. doch schon ziemlich groß. Wegen unklarer Beschreibung im Flußführer verpaßten wir das Bootshaus der Elmshorner Wanderpaddler. Eigentlich wollten wir noch nach Stade, jedoch fehlte uns wegen des vorherigen Wartens die Zeit. Kurzerhand entschlossen wir uns die Krückau etwas hochzufahren und dort einen Bauern zu fragen.

Am nächsten Tag konnten wir tidebedingt erst um 1500 losfahren. Die großen Schiffe, die uns am Vortag überholt hatten kamen uns nun fast alle wieder entgegen. Es war schon ziemlich in der Dämmerung, als wir zum WSV Süderelbe (Hamburg) kamen, leider konnten wir dort niemanden erreichen.

Das Thermometer zeigte inzwischen wieder angenehme Temperaturen an, tagsüber sogar einmal 13°C!

In Harburg kauften wir ein. Wir machten uns schon die schönsten Pläne, es vielleicht doch noch mit dem Boot bis nach Braunschweig zu schaffen (in den Ferien), da wir schon sehr in Zeitverzug waren. Vielleicht könnten wir auch trampen, z.B. beim Schiffshebewerk auf dem Elbe-Seiten-Kanal per Anhalter schneller nach Braunschweig. Als Abkürzung hatten wir uns den Ilmenau-Kanal und Neetze-Kanal ausgesucht. Da wir erst um etwa 1700 losfahren konnten (Tide!!) erreichten wir auch nur Stöckte (diesen Tag nur ca. 15 km) bei leichtem Regen sowie leichtem Gegenwind. Leider waren auch dort im Bootshaus noch nicht die Duschen an (Wasserleitung vom Winter kaputt) - langsam wäre mal wieder eine fällig, denn in Bremen konnten wir das letzte Mal duschen...

Wegen mehrmals nötigem Umtragen bei der kleinen Abkürzung entschlossen wir uns, doch die Elbe zu nehmen, da es nun den ganzen Vormittag Dauerregen gab, mit Gegenwind. Der Wind hob die Elbströmung auf und so kamen wir auch erstmal nur bis Geesthacht (ich konnte irgendwie nicht mehr). In der Schleuse fragte Oli einen Kapitän, ob er uns mitnehmen könne. Er fuhr sogar auch nach Braunschweig, jedoch erst einige Tage später und er wollte uns auch nicht mitnehmen. Der Kanuverein in Geesthacht ist nur in Olis 10 Jahre alter Kanuwanderkarte eingezeichnet, im Flußführer nicht erwähnt. Daher entdeckten wir ihn auch erst, als wir in Geesthacht auf unseren Abhohlservice (Kai und Vater) warteten, beim herumspazieren, da es relativ kalt war. Abholservice? Ja, die Ferien waren nämlich inzwischen nach den 14 Tagen Fahrt beinahe "verbraucht" und es sollte auch wieder Nachtfrost geben und tagsüber regnen.

Die Tour war eigentlich ganz schön, nur das Wetter hat mir manchmal nicht so ganz gepaßt. Wir schieben es aufs Wetter, daß wir die letzten ca. 150 km nicht mehr geschafft haben, schade eigentlich, aber dafür waren es trotzdem noch knapp 400 Kilometer. Für die Sommermonate ist die Tour bestimmt besser geeignet, vor allem wegen des Zusammenspiels der Helligkeit und der Tide.

Flußführerergänzung:

Kanuverein in Geesthacht ca. bei km 582,3 rechts;
kein Anleger, daher nicht gut zu erkennen.

(vielleicht fehlt der Eintrag nur in älteren Flußführern?)

Oli & Marcel

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