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Neiße-Oder

In den Osterferien erreichte mich ein Anruf von Reinder, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm und Martin auf der Neiße und Oder zu paddeln. Eine gute Woche später stand ich auch schon am Bootshaus, wo wir die Boote aufluden und packten. Nach einer zügigen Fahrt nach Schwedt machten wir uns dort auf die Suche nach dem Bootshaus, wo wir mit den freundlichen Bewohnern die Einsatzstelle und die Umgebung besichtigten. Auch versorgten wir uns mit genügend lebenswichtigen Informationen für das Paddeln "auf der Grenze". So klebten wir uns noch Deutschlandflaggen auf das Oberdeck - bestehend aus drei Streifen Tape.

Nach der Übernachtung im Bootshaus machten wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg, vorerst jedoch nur mit Hilfe des Bootswagens, da das Bootshaus nicht direkt an der Neiße, sondern an einem Mühlgraben liegt, der zu dieser Zeit aufgrund Reparaturen gerade kein Wasser führte.

Bei der Mittagspause kamen gleich drei Arbeiter eines Wasserkraftwerks, um nachzusehen, ob hier "wieder irgendwas Illegales" stattfinden würde. Wir passierten häufig Brückentrümmer, doch war die Landschaft eigentlich ziemlich naturbelassen. An diesem Tag hatten wir drei Wehre zu umtragen bzw. zu umschieben, weshalb wir uns schon etwas ranhalten mußten. Die Strömung und der Wasserstand waren jedoch sehr gut, so daß wir am frühen Abend schon auf der Oder in einen Kanal einbiegen konnten, wo eine Übernachtungsmöglichkeit für Boote und auch ein Bootshaus sein sollten (Informationsquellen: DDR-Kartenmaterial und Flußführer). Das Bootshaus gab es offenbar nicht mehr und der Platz unterschied sich nicht vom übrigen Ufer, außer dem kleinen blauen "P"-Schild. Es war zwar nicht sooo kalt, aber immerhin fror es nachts noch, jedenfalls zitterte ich diesen Abend ganz schön, zum Unverständnis von Martin und Reinder.

Auch die folgenden Tage hatten wir Glück mit dem Wetter; nur manchmal hatten wir Seitenwind. Nach einer schönen Mittagspause an einem kleinen Altarm noch vor dem Deich entdeckten Martin und Reinder ein gerade verendendes Schaf. Ich paddelte zum Schäfer, um ihm Bescheid zu sagen, doch wußte er bereits davon, kam jedoch aufgrund des Wasserstandes nicht zu seinem Tier und murmelte irgendwas von Hunden, die ein Dutzend Schafe gerissen hätten.

Während uns oberhalb ausschließlich Zollbote begegneten, trafen wir nun auch vereinzelt auf Berufsschiffahrt, doch hielt sich der Bootsverkehr doch sehr in Grenzen.

Am Abend legten wir wieder bei einem markierten Platz bei einem Dorf an, um unser Zelt aufzuschlagen. Beim "Anglerheim", was sich als Gaststätte entpuppte, holten wir Wasser. Von einem kleinen Hügel ganz in der Nähe genossen wir eine sehr schöne Aussicht auf die Flußlandschaft.

Der Aufbruch am nächsten Morgen wurde von leichtem Tröpfeln begleitet, doch blieb es dabei. An der Deichbruchstelle kamen wir an diesem Tag vorbei - vielleicht einhundert Meter Deich ohne Rasen, mehr war nicht davon zu bemerken. Bei unserem nächsten Lagerplatz konnten wir hinter dem Deich die Massen an Sandsäcken bewundern, die dort noch zur Festigung liegen.

Auch am letzten Paddeltag bemerkten wir deutlich den Zerfall der Gebäude auf der rechten Uferseite. Die Oder war inzwischen schon viel breiter und langsamer geworden. Nach Forst, unserem Ziel, gelangten wir über ein kurzes Stück Kanal - geschafft: 218 km in vier Tagen.

Der letzte Tag war mit dem Holen des Autos und der Heimreise ausgefüllt.

Marcel

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