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1. KGNO - Fünfeck - Marathon, 14.-16.06.1996

Spätestens seit der mittlerweile legendären Erstbefahrung am 25./26. August 1979 durch Matthias Adler, Hein Holste und Reinder van der Wall ist "Das Fünfeck" als stehender Begriff nicht nur für die KGNO sondern für den Kanusport an sich von herausragender Bedeutung. Unter heute kaum nachvollziehbaren unsäglichen Strapazen wurde kanusportliches Neuland betreten, das davor und teilweise sogar später noch als nicht machbar, verrückt oder unsinnig angesehen wurde. Es hat Jahre gedauert, bis ein aus den Chroniken mittlerweile verschwundener und somit mir zur Zeit leider unbekannter Held noch eine ultimative Steigerung für sich verbuchen konnte: "Das Fünfeck" als Tagesfahrt! Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß sich diese Leistung nicht nur mit den weithin bekannten "Wesermarathon", "Aller-Hochwasserrallye" oder "Elbe-Mammut-Marathon" messen kann, sondern sie sogar noch übertrifft, da diesen Fahrten wesentliche Elemente wie z.B. das stromauffahren, häufiges Umtragen sowie der kräfteraubende Kampf mit engen Kurven, kleinen Stromschnellen und dschungelartiger Krautvegetation fehlt.

Doch zurück zu den Fakten: "Das Fünfeck" ist ein Rundkurs mit Start und Ziel am Bootshaus der KGNO bei Mittellandkanal-km 222,5, bzw. am Schunterdüker. Zunächst geht es Schunter und Oker abwärts, bis dann in Müden nach 38 km Fahrt die Aller erreicht wird, welche entgegen den sonstigen kanusportlichen Gepflogenheiten stromauf gefahren wird. Einige Rückstaubereiche vor Wehren sowie die allgemein recht geringe Strömung der Aller ermöglichen dennoch ein akzeptables Vorankommen. Dennoch fordern 35 km Aller stromauf ihren Tribut und das Erscheinen der 12 m hohen Brücke des Elbe-Seiten-Kanales wird allgemein mit Erleichterung aufgenommen. Die restlichen 20 km auf Elbe-Seiten- und Mittellandkanal laden regelrecht zum Endspurt ein, da nunmehr auch keine Hindernisse wie enge Kurven den zügigen Schlag des Kanusportlers behindern.

Trotz oder gerade wegen der sportlichen Herausforderung erfreut sich "Das Fünfeck" innerhalb der KGNO einer gewissen Beliebtheit und wird immer wieder gern als Wochenend- oder auch Tagesfahrt gefahren, zumal das lästige Auto-versetzen bei einem derartigen Rundkurs entfällt. Es lag also auf der Hand und war eigentlich nur eine Frage der Zeit, daß diese Fahrt von uns auch einem größeren interessierten Kreis zugänglich gemacht werden sollte. Nachdem im Herbst 1995 mit dem Bau des Kompostklos die hygienischen Voraussetzungen geschaffen waren, wurde auf Anregung von Jan Timmermann ein Triumvirat gegründet, welches die organisatorischen Voraussetzungen schuf und eine kleine unscheinbare Notiz in das DKV-Sportprogramm einschleusen konnte, sowie die erforderlichen behördlichen Genehmigungen einholte.

Allen Unkenrufen und bösen Vorzeichen zum Trotz fanden sich insgesamt 17 mutige Recken an unserem Bootshaus ein, die teilweise erst bei meinen abendlichen Erläuterungen zur Fahrtstrecke eine Ahnung von den bevorstehenden Strapazen bekamen. Zum Trost und zur Stärkung wurde eine kräftige warme Suppe gereicht und alsbald die Schlafstatt aufgesucht. Samstags um 4 Uhr morgens war die Schonzeit vorbei, denn das Frühstück und letzte Vorbereitungen wollten bis zum Start um 5 Uhr erledigt sein. Schnell entschwand das kleine Häuflein Unbeirrbarer den sorgenvollen und schlafmüden Blicken des Organisationskommittees, welches sich erst einmal bei Zeitungslektüre oder Schlafsackinspektion entspannte und auf kommende Aufgaben vorbereitete.

Aus eigener Erfahrung wohl wissend um die Anstrengungen dieser Tagesfahrt wurden die mutigen Teilnehmer in Müden/Aller, Gifhorn und am Elbe-Seiten-Kanal von unserem rollenden Serviceteam erwartet und mit Umtragehilfe, Ergänzung des Nahrungsmittelvorrates sowie moralischem Zuspruch versorgt. Zwei unserer Teilnehmer erklärten nach 59 km Gifhorn zum Ziel ihrer Wünsche, verließen das nasse Element, nahmen unseren Pick-Up-Service in Anspruch und konnten den Rest des Tages genießen, während sich der unbelehrbare Rest auf ein Rennen gegen die Zeit und die Sonne einließ.

So unterschiedlich das Alter (15 bis 64 Jahre) und die Herkunft (Rennfahrer und Wanderpaddler) der Teilnehmer waren, so weit streuten dann auch die Ankunftszeiten nach der kompletten Runde. Während die ersten bereits gegen 17:30 Uhr am Bootshaus ankamen, hielten es die letzten etwas gemütlicher und ließen sich bis zum letzten Sonnenschein gegen 22:00 Uhr Zeit - schließlich hatten sie ja auch für eine Tages- und keine Halbtagesfahrt gemeldet. Bei Salat (Danke für die Spende) und Gegrilltem konnten die verbrauchten Energien wieder nachgetankt werden, und noch während des abendlichen Klönschnacks verklärte sich so manche tagsüber verfluchte Strapaze zu einer doch recht angenehmen Erinnerung, die demnächst im Heimatverein die Runde machen dürfte.

Der Sonntag sah dann ein schon etwas geschrumpftes Grüppchen von 10 Personen beim Ausklang auf Oker und Kanal - die ursprünglich geplante "Dreiecksfahrt" wurde kurzerhand wegen Niedrigwassers verlegt. Sonntag Mittag hieß es dann endgültig Abschiednehmen. Die aus ganz Norddeutschland angereisten Teilnehmer hatten teilweise noch mehrere Stunden Heimfahrt vor sich, und ab Montag muß ja schließlich wieder gearbeitet werden, um das Startgeld für die nächste Fahrt zu verdienen.

Die drei hauptschuldigen Organisatoren Jan, Thommi und ich machten uns noch mit tatkräftiger Unterstützung von Oli als dem tatsächlich einzigen aktiven Teilnehmer der KGNO an die Aufräumarbeiten. Zu unserer Freude konnten wir feststellen, daß unsere Gäste den Zeltplatz vorbildlich sauber hinterlassen hatten, so daß wir im wesentlichen nur unser eigenes Gerümpel wegräumen mußten und auch gleich noch die Abrechnung erledigen konnten.

Zum Schluß des Berichtes wird mich nun sicher der weibliche Teil der Leserschaft fragen, warum ich keine Damen erwähnt habe, aber - es waren einfach keine Paddlerinnen auf dem Wasser! Obwohl die Sportmedizin mittlerweile eindeutig geklärt hat, das Damen die leistungsfähigeren Ausdauersportler sind und wir demzufolge mit einem Heer von Amazonen gerechnet haben, wurden wir schwer enttäuscht. Aller Voraussicht gibt es aber nächstes Jahr eine neue Chance. Also, laßt Eure Freunde/Lebensgefährten/Ehemänner doch einfach zu Hause, macht ihnen einen Alternativvorschlag (z.B. Wäsche waschen, bügeln oder Rasen mähen gegen die Langeweile) und kommt selber zum 2. KGNO - Fünfeck - Marathon 1997 !

Reinder van der Wall

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